Warum Ladungssicherung?

Während der Fahrt wirken Verzögerungs-und Beschleunigungskräfte auf die Ladung ein. Diese sorgen dafür, dass mangelhaft oder gar nicht gesicherte Ladung beim Bremsen, Anfahren oder bei Kurvenfahrten in Bewegung kommt und zur Gefahr werden kann. Dabei ist es unerheblich, ob 20 kg, 2 oder 20 Tonnen transportiert werden, denn unabhängig vom Gewicht fängt jedes Ladegut bei gleichen Reibungsverhältnissen gleich schnell an, sich zu bewegen. So können selbst leichte Ladegüter bei einem Unfall zum tödlichen Geschoss werden.
Diese Ladungsschäden belaufen sich in Deutschland jährlich auf mehrere 100 Millionen Euro.
In der täglichen Praxis sind viele Ladungen mangelhaft oder gar nicht gesichert und schwere und schwerste Verkehrsunfälle sind oft die Folge. Nach polizeilichen Erhebungen dürfte die Unfallursache "mangelhafte Ladungssicherung" bei ca. 20 % der Verkehrsunfälle im Schwerlastverkehr Unfallursache Nr. 1 sein. Hier werden Fehler gemacht, die vermeidbar sind. Richtige Ladungssicherung muss nicht aufwendig sein, man sollte nur wissen, wie sie sinnvoll angewendet wird.

Ein Unternehmer, der Ladungssicherungspersonal einsetzt, muss über Mitarbeiter verfügen, die in Theorie und Praxis erfolgreich und fachunterwiesen worden sind (Grundlagen sind insbesondere die Rechtsgrundlagen HGB, StVO, StVZO, FZV, BGV D29, Sicherungsvorgaben VDI 2700, DIN EN 12195-1, DIN EN 12640).

Ausbildung

Die Ausbildungsdauer zum Erwerb des Fachausweises für Ladungssicherungsarbeiten beträgt 4 Tage.

Ladungssicherung Ausbildung (nach VDI 2700 ff.)

Der Gesamtzeit beträgt 4 Tage

(Davon 2,5 Tage Theorie und 1,5 Tage Praxis)

Lehrgangsinhalte

1. Rechtliche Grundlagen

  • StVO, StVZO, OWiG
  • Gefahrgutrecht
  • StGB, BGB, HGB
  • UVV
  • Normen, Bußgeldkatalog

2. Bei der Fahrt auf das Kraftfahrzeug und auf die Ladung wirkende Kräfte

  • Massenkraft, Gewichtskraft, Fliehkraft
  • Reibungskraft, Beschleunigung, Verzögerung
  • Geschwindigkeit, Bewegungsenergie
  • Reibung, Reibpaarungen

3. Dynamische Beanspruchung im Straßenverkehr, das Verhalten der Ladung im Fahrbetrieb

  • beim Bremsen, Beschleunigen und bei Kurvenfahrt
  • Stabilität des Ladegutes und der Fahrzeugaufbauten

4. Berechnung der Nutzlast eines Kraftfahrzeugs oder einer Fahrzeugkombination und Berechnung des Nutzvolumens

5. Verteilung der Ladung

  • Auswirkung der Überladung auf die Achse
  • Lastverteilungsplan
  • Fahrzeugstabilität und Schwerpunkt
  • Grundregeln der Ladungssicherung für den Fahrbetrieb

6. Arten von Verpackungen und Lastträgern

7. Verwendung von Zurrgurte

  • Zurrmittel und Hilfsmittel zur Ladungssicherung
  • Zurrgurte, Zurrketten, Zurrdrahtseile
  • Rutschhemmendes Material (RHM)
  • Staupolster, Sperrbalken, Kantenschutzwinkel
  • Zurrpunkte

8. Feststell- und Verzurrtechniken

  • Arten der Ladungssicherung sowie deren Vor- und Nachteile
  • kraftschlüssige und formschlüssige Ladungssicherung
  • kombinierte Ladungssicherung
  • Niederzurren
  • Schrägzurren, Diagonalzurren, Direktzurren
  • Berechnungen

9. Praktische Ausbildung

  • Umgang und Handhabung von Mitteln zur Ladungssicherung
  • Berechnungen am Objekt
  • Auswahl der richtigen Sicherungsmittel und deren Anwendung
  • Sichern von Ladegut mit verschiedenen Methoden
  • Messen der tatsächlichen Vorspannkräfte mit und ohne Kantengleiter bzw. Kantenschutzwinkel
  • Ausfüllen von Ladelücken mit Hilfsmitteln

Unterweisung

Eine jährliche Unterweisung für die Ladungssicherung hat nach § 4 der BGV A1 stattzufinden:
"Der Unternehmer hat den Versicherten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, insbesondere über die mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen und die Maßnahmen zu ihrer Verhütung, entsprechend § 12 Abs.1 Arbeitsschutzgesetz sowie bei einer Arbeitnehmerüberlassung entsprechend § 12 Abs. 2 Arbeitsschutzgesetz zu unterweisen; die Unterweisung muss erforderlichenfalls wiederholt werden, mindestens aber einmal jährlich erfolgen, sie muss dokumentiert werden."

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